Kooperation in und zwischen Schulen – Professionelle Lerngemeinschaften und Netzwerke

Hintergrund

Beschäftigt man sich mit dem Themenfeld der Kooperation in und zwischen Schulen sowie mit außerschulischen Einrichtungen, fällt auf, dass eine große Vielfalt unterschiedlicher Situationen und Formen zu beobachten ist, in denen Einzelne oder Gruppen kooperieren. Kooperation kann ein effizientes Mittel zur Lösung komplexer Anforderungen sein. Sie kann sich arbeitserleichternd und qualitätsverbessernd auswirken, und sie ist in der Schule besonders relevant, da sie hier nicht nur Mittel um Zweck, sondern Ziel schulischer Erziehung ist.

Um die Vielzahl schulischer Kooperationen unterscheiden zu können, werden Kriterien benötigt. Die sinnvolle Unterscheidung von Kooperationskontexten ist wiederum eine Voraussetzung dafür, Kooperationskontexte wissenschaftlich zu untersuchen und sie miteinander vergleichen zu können.

Ziele des Projektes sind die Entwicklung eines Modells zur Systematisierung schulspezifischer Kooperationen, die Erarbeitung von Kriterien zur differenzierten Beschreibung und Untersuchung schulischer Kooperationskontexte sowie die Identifizierung von Voraussetzungen und Gelingensbedingungen. Darüber hinaus sollen Ansatzpunkte für Forschung identifiziert und Forschungsfragen generiert werden.

Diese Ziele werden auf der Grundlage einer Literaturstudie verfolgt, wobei insbesondere Forschungsergebnisse aus der Schulqualitäts- und Schulwirksamkeitsforschung berücksichtigt werden, zudem aber auch Ergebnisse aus der Lernforschung, aus der Sozialpsychologie und der Organisationspsychologie. Empirische Forschungsergebnisse werden verortet und Forschungsdesiderate erarbeitet.

Im Rahmen des Forschungsprojektes „Kooperation in und zwischen Schulen“ ist das Forschungsprojekt „Schulnetzwerke“ angesiedelt.

Netzwerke bieten die Möglichkeit, einen professionellen Dialog zu führen, und die gemeinsame Basis geteilter Wertvorstellungen und Ziele gewährleistet eine Vertrauensgrundlage und eine psychologische Sicherheit, die für einen offenen Dialog Bedingungen sind. Es entsteht eine nicht-bedrohliche, von gegenseitigem Vertrauen und gegenseitiger Achtung und Anerkennung geprägte Lernumgebung. Individuelle Unterschiede und Kontextunterschiede garantieren dabei Lebendigkeit und gegenseitige Anregung. Diese Mischung aus Anregung und Herausforderung einerseits und einer sicheren Gruppierung andererseits ist eine gute Grundlage für persönliche Weiterentwicklung und auch für die Weiterentwicklung einer Organisation.

Arbeiten Lehrerinnen und Lehrer in solchen lernenden Gemeinschaften systematisch zusammen, verändert sich dadurch auch die Schule. Netzwerke haben also das Potenzial, positive Entwicklungen zu fördern. Sie initiieren und fördern solche Entwicklungen, indem sie Unterstützung bieten, Vergleiche ermöglichen, Perspektiven erweitern und Veränderungen anregen. Unter den beteiligten Netzwerkpartnern können Prozesse und Ergebnisse verschiedener Schulen diskutiert sowie gemeinsam Veränderungen kooperativ entwickelt werden.

Ziel des Projektes Schulnetzwerke ist die Initiierung und wissenschaftliche Begleitung eines Schulnetzwerkes. Empirische Studien aus vergangenen Schulnetzwerkprojekten zeigen, dass ein kompetentes Netzwerkmanagement, klare, konkrete Ziele, vertrauensvolle Beziehungen, methodisches Wissen und Ressourcen (Finanzen, Räume, Zeiten) förderliche Faktoren für schulische Netzwerkarbeit darstellen. Dieses Wissen muss bei der Gestaltung eines schulischen Netzwerks angemessen berücksichtigt werden.

Das Forschungsinteresse richtet sich insbesondere darauf, wie die Arbeit der schulischen Akteure im Netzwerk mit der Arbeit der Lehrkräfte in den teilnehmenden Schulen verzahnt ist. Dabei soll wissenschaftlich untersucht werden, welche Wirkungen und insbesondere welchen Nutzen das schulische Netzwerk für die Schulentwicklung der teilnehmenden Schulen hat.

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