Theorie der Schule – ein integrativer Ansatz

Kurzbeschreibung

Ziel des Projekts ist ein theoretischer Zugang zu einzelnen Arbeiten aus dem Bereich Theorie der Schule. Diese werden hinsichtlich ihres explizit formulierten oder implizit vorhandenen bildungstheoretischen Ideals analysiert. Die jeweils spezifische Zielsetzung beziehungsweise konkrete Forschungsperspektive der ausgewählten Arbeiten wird evaluiert. Daran schließt sich eine Reflektion des in den Ansatz integrierten theoretischen und empirischen Forschungsstandes an. Es wird enthüllt, welche Facetten der Komplexität des Forschungsgegenstandes hinreichend Berücksichtigung finden. Exemplarisch wird am Beispiel Schulleitung und Gewalt die Erklärungskraft der Ansätze anhand eines Akteurs- und Handlungsfeldes geprüft. Zudem wird die Anschlussfähigkeit der Theorien sowohl im Hinblick auf den aktuellen wissenschaftlichen Diskurs im Bereich Schule als auch bezüglich ihrer Relevanz für die Praxis diskutiert. Die verschiedenen Ansätze werden miteinander konfrontiert, hinsichtlich ihrer wissenschaftstheoretischen Positionierung reflektiert und aktuell rezipierte empirische Forschungsarbeiten werden ergänzend integriert. Hieraus sollen nachhaltige und realisierbare Perspektiven für eine zu konzipierende integrative Theorie der Schule extrahiert werden. Die Ansätze werden in ihrer Rezeptionsgeschichte dargestellt und bezüglich der formulierten Forschungsfragen analysiert. Die Ansätze werden in ihrer Rezeptionsgeschichte dargestellt und bezüglich der formulierten Forschungsfragen analysiert.

Hintergrund

1. Phase – Annäherung an das Thema

In der ersten Projektphase entstand ein Arbeitsdokument zur historischen Entwicklung der theoretischen Konzeptionisierung von Schule. Zunächst wurden die wissenschaftstheoretischen Ansprüche an eine Theorie der Schule analysiert. Ein Überblick über vorhandene Literatur zu Ansätzen einer Theorie der Schule wurde skizziert. Von besonderem Interesse war hierbei die Frage nach dem Wandel in der Vorstellung der Funktion von Bildung und insbesondere von Schule als Bildungsinstitution innerhalb der Gesellschaft.

Diese erste Arbeitsphase lief von Juli 2004 bis Juli 2005.

2. Phase – Aktuelle Schwerpunktsetzung

In der zweiten Projektphase erfolgt eine gezielte Schwerpunktsetzung. Aktuelle Arbeiten zentraler Wissenschaftler werden einer differenzierten und tiefergreifenden Analyse unterzogen. Forschungsleitende Fragen sind hierbei:

Analyse der Ansätze hinsichtlich ihres explizit formulierten oder implizit vorhandenen bildungstheoretischen Ideals

Evaluation der jeweils spezifischen Zielsetzung beziehungsweise konkreten Forschungsperspektive auf Schule innerhalb der ausgewählten Ansätze

Reflexion des in die analysierten Ansätze integrierten theoretischen und empirischen Forschungsstands

Untersuchung des Komplexitätsgrades hinsichtlich Facettenreichtum und Tiefe der Analyse der verschiedenen Ansätze
Die Forschungsansätze werden bezüglich ihrer theoretischen Quellen und Rezeptionsgeschichte dargestellt und eingeordnet. Darüber hinaus werden sie systematisch bezüglich der formulierten Forschungsfragen analysiert. Exemplarisch wird dabei am Beispiel Schulleitung und am Beispiel Gewalt die Erklärungskraft der Ansätze anhand eines Akteurs und eines Handlungsfeldes geprüft. Zudem wird die Anschlussfähigkeit der Theorien sowohl im Hinblick auf den aktuellen wissenschaftlichen Diskurs im Bereich Schule als auch bezüglich ihrer Relevanz für die Praxis diskutiert. Die verschiedenen Ansätze werden miteinander konfrontiert, hinsichtlich ihrer wissenschaftstheoretischen Positionierung reflektiert und aktuell rezipierte empirische Forschungsarbeiten werden ergänzend integriert. Darüber hinaus werden die Ergebnisse des historischen Überblicks (Phase 1) kritisch flankierend ergänzt. Hieraus sollen nachhaltige und realisierbare Perspektiven für eine zu konzipierende integrative Theorie der Schule gewonnen werden.

Diese zweite Arbeitsphase soll bis Ende 2005 abgeschlossen sein.

3. Phase – Integrative Theorie der Schule

Aufbauend auf die vorangegangenen Arbeitsschritte wird in der dritten Projektphase die Perspektive systematisch erweitert sowie ein interdisziplinärerer Zugang zum Themenfeld Schule gesucht. Ziel dieser Projektphase ist eine möglichst umfassende integrative Theorie der Schule, die Ansätze aus der Soziologie, Psychologie und Pädagogik aufgreift und nutzbar macht und mehrdimensional Prozesse auf der Mikro-, Meso- und Makroebene reflektiert. Integriert werden zunächst die Perspektiven der organisationspädagogischen und organisationspsychologischen Forschung sowie empirische Ergebnisse der Forschungsparadigmen der Schulwirksamkeit (School Effectiveness) sowie Schulentwicklung (School Improvement). Außerdem werden institutions- und systemtheoretische Ansätze aufgegriffen. Die interdisziplinäre Zusammenschau und Integration der Ergebnisse der verschiedenen Forschungsparadigmen wird wissenschaftstheoretisch hinsichtlich ihrer Möglichkeiten und Grenzen reflektiert und auf seine Erklärungskraft, theoretische und methodische Absicherung sowie seine Anschlussfähigkeit an andere Theorien insbesondere sozialphilosophischer Positionen hin befragt.
Die zu entwerfende Theoriekonzeption soll nachhaltige Perspektiven auf und für Schule eröffnen und so gleichermaßen für die Theorieentwicklung als auch für die Schulpraxis fruchtbar gemacht werden. Darüber hinaus macht eine integrative Theorie der Schule eine fundierte schultheoretische Positionierung von Schulleitung möglich, in der Überlegung zur Professionalisierung anschließen können. Zudem werden empirische Forschungsergebnisse der Schulforschung „verortet“, aber auch Forschungsdesiderate aufgezeigt und forschungsmethodische Ansprüche formuliert.

Diese dritte Arbeitsphase ist für 2006 geplant.

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